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THUJENBORKENKÄFER

Thujenborkenkäfer haben in den letzten Jahren für zypressenartige Koniferen steigende Bedeutung erlangt und sind für ein Gutteil von Schadensfällen an Thujen verantwortlich. Neben dem einheimischen Wacholderborkenkäfer (P. thujae(Perris 1855)) ist hauptsächlich der zweifärbige Thujenborkenkäfer (P. aubei (Perris 1855)), der aus Südeuropa stammt, seit einigen Jahrzehnten bei uns schädlich geworden. Aus Südfrankreich und den westlichen Niederlanden wird auch der aus Ostasien stammende japanische Thujenbastkäfer (P. rudis Blandford 1894) gemeldet.

Schadorganismus

Die kastanienbraunen bis dunkelbraunen Thujenborkenkäfer messen nur 2,5 mm in der Länge und weisen einen kompakten, fast walzenförmigen Körper auf. Der stark gekrümmte Hinterteil der Flügeldecken ist von kleinen Zähnchen besetzt, anhand deren unterschiedlicher Anordnung sich die drei Arten unterscheiden lassen. Ab Mitte Mai schlüpfen Jungkäfer über einen langen Zeitraum aus der Rinde befallener Wirtspflanzen. Zunächst führen sie einen Reifungsfraß an jungen Zweigen durch. Nach ihrer Verpaarung legen die Käferweibchen unter der Rinde ihrer Wirtspflanze so genannte Muttergänge an, in denen sie ihre Eier in kleinen Seitennischen deponieren. Die daraus schlüpfenden beinlosen, cremefarbenen Larven zeigen stark sklerotisierte Kiefer am Vorderende. Sie erzeugen weitere Fraßgänge und leben von den dabei aufgenommenen Pflanzenpartikeln. In unseren Gegenden gelangt lediglich eine Käfergeneration pro Jahr zur Entwicklung. Nach der Überwinterung als Larve erfolgt im nächsten Frühjahr die Verpuppung in einer kleinen Höhlung am Ende des Larvenganges. Daraus schlüpft im Frühsommer wiederum ein erwachsener Borkenkäfer womit sich der Zyklus schließt.

Schadbild

Der zweifarbige Thujenborkenkäfer ruft durch den Reifungsfraß seiner Jungkäfer ein sehr auffälliges Schadbild hervor: von „Zweiggabeln“ gehen kurze Bohrgänge aus, welche von Außen zunächst am Bohrmehl und dem Austritt von Harz zu erkennen sind (mittleres Bild). Das Innere der Seitenzweige ist oft ausgehöhlt, der Zweig selbst gelblich verfärbt (linkes Bild). Bei allen hier beschriebenen Borkenkäfern legen die Weibchen in dickeren Ästen oder am Hauptstamm unter der Rinde so genannte Muttergänge in Längsrichtung an (rechtes Bild), von denen Larvengänge abzweigen, die ebenfalls bald Richtung Längsachse verlaufen. An deren Ende befindet sich eine bis ins Splintholz reichende Höhlung, in der dann die Verpuppung stattfindet – man spricht hier von einer so genannten Puppenwiege. Die Larvengänge sind im Gegensatz zum Muttergang von Bohrmehl erfüllt. Das Bohrloch nach Außen weist einen Durchmesser von etwa einem mm auf. Die Hauptschäden werden durch die Käferlarven hervorgerufen. Durch deren Fraßgänge im Bast und den äußeren Holzteilen wird der Saftstrom gestört und es kann zu schwerer Beeinträchtigung der Pflanzen und zu deren Absterben kommen.

Wirtspflanzen

Diese Borkenkäfer leben an verschiedensten Zypressengewächsen, wie Wacholder, Thujen, Scheinzypressen, ……….. .

Vorbeugung und Bekämpfung

Thujenborkenkäfer sind bei uns noch nicht allgemein verbreitet. Die Einschleppung erfolgt meistens durch Neupflanzung mit bereits befallenen Thujen. Als Gegenmaßnahme ist es zunächst wichtig, den Befallsherd – also stark befallene Pflanzen – zu finden: dazu sucht man Pflanzen mit Reifungsfraß oder mit Ausbohrlöchern am Hauptstamm. Zur genaueren Analyse schneidet man die dortige Rinde mit einem Messer flach an: bei starkem Befall werden dabei zahlreiche Bohrgänge sichtbar. Solche stark befallenen Pflanzen sollten umgehend verbrannt, vergraben oder sonstwie entsorgt werden. Die unter der Rinde fressenden Larven sind chemisch nicht bekämpfbar. Befallene Pflanzen stellen einen Gefahrenherd für benachbarte gesunde Pflanzen dar. Auch Zweige mit beginnendem Reifungsfraß sollten während der Saison abgeschnitten und ebenfalls vernichtet werden: oft befinden sich noch Jungkäfer im Inneren. Um die aus dem Hauptstamm schlüpfenden Käfer zu bekämpfen, sollten gefährdete Pflanzen zwischen Juni und September mehrere Male mit einem hierfür geeigneten Pflanzenschutzmittel behandelt werden.

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